© 2017 Elisabeth Flunger

Lebenslauf

Elisabeth Flunger
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Elisabeth Flunger, geboren in Bozen (Italien) studierte Musikwissenschaft und Ethnologie an der Universität Wien und klassisches Schlagzeug und Komposition an der Hochschule für Musik (Universität für Musik) in Wien. Sie lebt in Wien.

Mit zeitgenössischer Musik hat sie als Solistin sowie in Ensembles wie Klangforum Wien, die reihe, Ensemble des 20. Jahrhunderts, Ensemble Kontrapunkte, Ensemble OnLine, Ensemble Lucilin gearbeitet.
1987–91 Duoarbeit mit Johannes Marian (Klavier) mit Schwerpunkt auf Improvisation und indeterminierte/graphisch notierte Musik.
1987-90 les guetteurs de sons Schlagzeugduo mit Lukas Schiske, auch als Quartett mit Martin Breinschmid und Eggert Pálsson.
1991–94 Chroma Duo mit Hannes Löschel, Kompositionen für Klavier und Schlagzeug, Improvisation, Performance.
1994–98 Duo mit der Sängerin Margarete Jungen. Zahlreiche Aufführungen und Uraufführungen von zeitgenössischer Musik.

Improvisierte Musik spielte sie u. a. mit Musikerinnen wie Cordula Bösze, Sylvia Bruckner, Karlheinz Essl, Hannes Löschel, Jorge Sanchez-Chiong, Stefan Scheib, Elliott Sharp, Kazuhisa Uchihashi, Ute Völker.
Mit dem Improvisationskollektiv Damen-Improvisation & HerrenBIGbäng gestaltete sie Performances im Tanz- und Theaterkontext und im öffentlichen Raum.
In Zusammenarbeit mit LUCILIN organisierte sie 2008-2010 in Luxemburg die Konzertreihe ear studio für experimentelle und improvisierte Musik.
Von 2011 bis 2015 veranstaltete sie die regelmäßig stattfindende Improvisations-Session Session und Suppe am Bauernhof in Luxemburg.
Aktuelle Projekte sind u.a. das Duo mit Chris Janka (E-Gitarre, Maschinen), das Trio mit Thomas Berghammer (Trompete) und Alessandro Vicard (Kontrabass), das Schlagtrio mit Bernd Bleffert und Wolfgang Schliemann, das Duo vasistas mit der französischen Lautpoesie-Performerin Emmanuelle Pellegrini.

Außerdem arbeitet Elisabeth Flunger als Musikerin, Komponistin und Performerin in Theater- und Tanzproduktionen:
Burgtheater und Akademietheater Wien
Volkstheater Wien
Rose Breuss
Tanz*Hotel
DamenImprovisation & HerrenBIGbäng,
LuxFlux - Inge Kaindlstorfer
Compagnie Veronika Riz

Sie konzipierte die Klanginstallation ferragosto II für die Sammlung Essl, die Videoinstallation ISO Pop Corn gemeinsam mit der Videokünstlerin Sneja_D und die Installationen Anthem und Split Double in Zusammenarbeit mit dem Künstler Robert Hall. Für die Sammlung Essl und die Philharmonie Luxemburg baute sie die musikalischen Murmelbahnen ferragosto I und la route flonflon.

Für das Frauenarchiv CID | Fraen an Gender in Luxemburg hat sie eine Abteilung für experimentelle und improvisierte Musik kuratiert.

Im Rahmen von Vermittlungsprojekten für zeitgenössische Musik leitet sie Seminare für Musiker und Musikerzieher und Workshops mit Kindern und Erwachsenen, u. a. im Rahmen der Klangnetze in Wien, im Wiener Künstlerhaus, beim Jazzfestival Moers und beim Orchestre Philharmonique du Luxembourg.

Elisabeth Flungers Lieblingsinstrument ist eine Ansammlung von Metallobjekten, die sie in Konzerten, Rauminstallationen und Performances verwendet. Für dieses Instrumentarium hat sie eine Reihe von Solostücken komponiert und spezielle Spieltechniken entwickelt. Musik entsteht durch körperliche und räumliche Aktionen, bei denen es darum geht, unter Einhaltung von Spielregeln ein (oder kein) Ziel zu erreichen. Sehr oft sind es keine perkussiven Techniken, sondern Manipulationen mit den Objekten selbst, die die Musik hervorbringen.
Die Objekte sind mobil und lassen sich immer wieder neu und anders kombinieren, man kann sie in die Hand nehmen, hinlegen, aufhängen, aneinanderlehnen, fallenlassen, schieben, ziehen, aufeinandertürmen, umwerfen, fallen lassen, zusammendrücken, schütteln, schaukeln, reiben und kratzen, man kann sie sowohl als Schlaginstrument als auch als Schlägel verwenden.
Diese Tätigkeiten werden oft durch den Widerstand des Materials beeinflusst. Das Chaos, der Zufall, die Schwerkraft und die Trägheit können kleine Unfälle provozieren: Die Objekte klappern, wackeln, stürzen ein, verrutschen und verändern den musikalischen Ablauf durch ungeplante Geräusche. Es ist ein Teil der Strategie, diese Zwischenfälle vorauszuahnen und zu provozieren oder, falls sie unverhofft passieren, sie effektvoll ins Geschehen einzubeziehen. Musik wird zu einem Spiel: eine zufallsbestimmte Situation, die nur teilweise planbar ist, ein utopischer Gegenentwurf zur üblichen Lebens- und Musikpraxis, die auf Sicherheit, Kontrolle und Effizienz beruht.